Krebserkrankungen während Covid-19 Pandemie - Bundesregierung setzt Leben aufs Spiel

Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss) zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zu Krebstherapien und -vorsorgeuntersuchungen während der Covid-19 Epidemie: „Es ist ja bekannt, dass seit 2018 eine gewisse Arroganz beim Bundesgesundheitsministerium vorherrscht. Bei den vernachlässigten Krebstherapien während der Corona-Pandemie ist dieses Verhalten jedoch vollkommen unangebracht. Erste Erkenntnisse der Task-Force werden als unvollständig abgetan. Dann werden auch noch keine eigenen Fakten präsentiert, sondern auf Hören-Sagen verwiesen. Es scheint, als ob die Bundesregierung verzweifelt nach Fehlern sucht, um die eigenen zu vertuschen. Denn dass es überhaupt so weit kam, dass Patienten aus Angst nicht zum Arzt gingen, liegt einzig und allein an ihrer mangelhaften Krisenkommunikation und schlechten Vorbereitung auf die Pandemie. Das ist unverantwortlich und hat unnötiges Leid verursacht!”

Prof. Ullmann weiter: „Laut der Bundesregierung werden wir erst ab Januar 2023 wissen, wie viele Krebserkrankungen während der Corona-Pandemie nicht entdeckt worden sind. Krebs ist nicht wie der Berliner Flughafen. Man kann die Behandlung nicht endlos aufschieben. Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – je später die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso gefährlicher ist sie. Die Bundesregierung setzt mit ihrem Verhalten Leben aufs Spiel. Wir müssen, so schnell es geht, Daten zur Behandlungssituation von Krebserkrankten beschaffen. Abrechnungsdaten liegen vor, durch die Digitalisierung kann man diese auch effizient zur Analyse nutzen. Krebstodesfälle dürfen nicht zum tolerierten Kollateralschaden durch COVID-19 werden.“

Prof. Ullmann ergänzt: "Wir müssen den Sommer jetzt nutzen, um herauszufinden zu welchen Kollateralschäden die Pandemie geführt hat. Selbst wenn es nach dem Sommer noch gewisse Unschärfen in der Datenlage geben sollte, können wir die ersten Erkenntnisse zur Vorbereitung einer zweiten Welle nutzen. Wir müssen die Versorgung bestmöglich, auch während einer zweiten Welle, aufrechterhalten und dürfen nicht noch einmal unvorbereitet vor einem Lockdown stehen."

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