Gesundheitswesen klimaschädlicher als Flugverkehr: Bundesregierung handelt nicht!

  • 5,2% der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Gesundheitssystem – Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf

  • Wir brauchen eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen, um Emissionen zu senken.

  • Das Gesundheitssystem darf nicht Auslöser für Gesundheitsschäden sein.


Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages) zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zu Klimawandel und das Gesundheitswesen: „Die Bundesregierung erkennt an, dass das deutsche Gesundheitssystem für ca. 5,2% der nationalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Diese Zahl ist 6 Jahre alt. Das macht deutlich, wie oberflächlich sich die Bundesregierung mit den Ursachen und den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigt. Sie verschließt die Augen. Und das obwohl der Gesundheitssektor laut einer Studie von Arup für 4,4% des weltweiten CO2 Ausstoßes im Jahr 2014 verantwortlich war. Damit ist der Anteil des Gesundheitssektors am globalen CO2-Ausstoß höher als der des weltweiten Flugverkehrs. Durch diesen Anteil am Klimawandel nimmt der Gesundheitssektor eine paradoxe Rolle ein. Das System was die Menschen gesund machen soll, darf kein Auslöser schlimmer gesundheitlicher Schäden sein.“


Prof. Ullmann: "Es stößt bei mir auf völliges Unverständnis, dass sich die Bundesregierung bei zukunftsweisenden Ansätzen wie dem "Green Hospitals"-Konzept einen schlanken Fuß macht und die Länder vorschiebt. Bei wichtigen Themen versteckt man sich nicht hinter den Bundesländern. Welche Auswirkungen politischer Wille und politische Koordination haben können, zeigt sich in der Corona-Politik. Es braucht eine Zusammenarbeit aller Sektoren und auf allen Ebenen, um den Klimawandel und seine Folgen zu bekämpfen. Und da muss das Gesundheitswesen mit guten Beispiel voranschreiten."


Prof. Ullmann: „Die Bundesregierung bleibt in ihrer restlichen Antwort so wage wie möglich. Das liegt daran, dass sie keine Strategie und Weitsicht hat. Es reicht nicht aus hier und da Einzelprojekte zu fördern, neue Abteilungen einzurichten und sich hin und wieder ressortübergreifend auszutauschen. Wir brauchen eine echte und visionäre Strategie mit einem konkreten Umsetzungsplan, um den Klimawandel willensstark zu bekämpfen.“


Prof. Ullmann weiter: „Nicht einmal in der neuen globalen Gesundheitsstrategie der Bundesregierung wird der Klimawandel ausreichend berücksichtigt. Das ist enttäuschen. Die Bundesregierung muss realisieren, dass globale Gesundheit zu Hause anfängt. Wenn wir die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) erreichen wollen, dann müssen wir in Deutschland damit beginnen Strukturen zu verändern. Gesundheit ist eine politische Entscheidung, an der die Bundesregierung wiederholt scheitert."



 
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