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Es geht um Leben und Tod - Notfallversorgung dringend reformieren!

Die Notfallversorgung ist dringend reformbedürftig. Jede Minute zählt. Es geht vielfach um Leben und Tod. Wir haben deshalb bereits im vergangenen Jahr einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Wir wollen für den medizinischen Notfall eine bedarfsgerechte, moderne, zukunftsfeste, transparente und minimalbürokratische Versorgung der Bevölkerung auf einem hohen Qualitätsniveau überall in Deutschland. Dazu müssen die beteiligten Versorgungsbereiche zusammen gedacht, maximal miteinander verzahnt und vernetzt werden. Die Digitalisierung ist dabei ein wesentliches Instrument.

Der Vorschlag von Jens Spahn zielt in die richtige Richtung, bleibt aber auf halber Strecke stehen. Gerade der Rettungsdienst wird so weiter ein Flickenteppich bleiben und das Überleben der Patientinnen und Patienten zur Standortfrage. Das zentrale Problem fehlender bundesweit einheitlicher Standards im Hinblick auf die Aus- und Fortbildung, strukturierte Notrufabfragen, die Versorgung von Notfallpatienten sowie die Vernetzung des Rettungsdienstes mit den Notfallaufnahmen der Krankenhäuser und dem Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte wird nicht konsequent angegangen. Auch das Problem der fehlenden Rechts- und Handlungssicherheit für Notfallsanitäter, gerade wenn es um lebensrettende Maßnahmen bis zum Eintreffen eines Notarztes geht, spart Spahns Vorschlag aus. Dieser Zustand ist für die knapp 70.000 Beschäftigen im Rettungsdienst unzumutbar. Die Notfallsanitäter brauchen entsprechend ihrer Ausbildung endlich eigene Befugnisse. Nach unserem Vorschlag sollten die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter im Rahmen der ihnen in der Ausbildung vermittelten Kompetenzen zur Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten berechtigt sein.